Johannes Porsch ft. Tanja Widmann 
Unter den Schwarzen 

“I was always interested in the problem of being an artist ... more than any specific medium. Because it always seems to me ... I mean, everything I do is always part of my artwork, even if it involves writing or doing something that seems very pragmatic or practical ... it's all part of that work and I, yes I view myself ... the idea is to try to become an artist ... this would be the more accurate way to say. The work is how to become an artist.”1„Vor vielen Jahren habe ich mich, um mehr über die sozialen Bedingungen der Kunst zu erfahren, mit Bourdieu beschäftigt und stieß auch dort auf Beschreibungen des ‘Nicht-Zusammendenkens’ dieser Be- dingungen mit den symbolischen Systemen der Kunst. In den Regeln der Kunstfragt Bourdieu: ‚Was ist denn tatsächlich dieser Diskurs, der von der (sozialen oder psychologischen) Welt spricht, aber in einer Weise, als würde er nicht von ihr sprechen; der von dieser Welt nur sprechen kann, wenn er so spricht, als spräche er nicht darüber, das heißt in einer Form, die für den Autor wie den Leser eine Verneinung – im Freudschen Sinn – dessen vollzieht, was er zum Ausdruck bringt?’ ... Natürlich ist dies in Bourdieus Arbeit einer der Gesichtspunkte, der auf bestürzende Weise veraltet erscheint. ... Der Kunstdiskurs spricht nicht mehr über die soziale und psychologische Welt, als würde er nicht von ihr sprechen. Er thematisiert diese Welt fortwährend. Und doch scheint mir, als würde er größtenteils über diese Welt sprechen, um nicht darüber zu sprechen– immer noch und immer wieder in Formen, die eine Verneinung im spezifischen Freud'schen Sinn vollziehen.”2


Text: The Work is How to Become an Artist, Nach:
1http://www.youtube.com/watch?v=B4EVR_39KyQ, Liam Gillick, 2009
2 Über die soziale Welt sprechen, Andrea Fraser, 2012